Mettingen

Stammsitz bekannter Töddenfamilien

mettingen01Im 16. Jahrhundert bauten Mettinger Bauern auf den kargen Böden Flachs und Hanf an. Rohstoffe, aus denen im Töddenland Leinen von besonderer Qualität hergestellt wurden. Um Geld zu verdienen, verkauften arme Bauernsöhne und Heuerleute als Tüötten – so werden die Tödden hier genannt – auf vielen Handelswegen ihre Produkte. Von Mettingen aus ging es in die Welt – im Gepäck die ertragreichen Stoffe. Weil sie erfolgreich und dazu heimatverbunden waren, lebten in Mettingen bald wohlhabende und sesshafte Kaufleute. C&A, Hettlage, Lampe und Boeker – diese Warenhäuser haben ihren Ursprung im Töddenwesen.

mettingen02Der größte und prächtigste Altersruhesitz, den sich ein reicher Kaufmann im 19. Jahrhundert in seinem Heimatort errichten ließ, ist die Villa Voß im spätklassizistischen Baustil. Apropos Reichtum: Am „Tüöttenweg“ von Bockraden nach Mettingen stand ursprünglich der Armenpfahl, der heute am Ambergener Prozessionshäuschen zu finden ist. Wollte ein gut betuchter Passant Bedürftige unterstützen, konnte er hier eine milde Gabe entrichten.

 

Tourist-Information Mettingen
Clemensstraße 2
49497 Mettingen

 

Tel. 05452/5213
www.mettingen.de

Mettingen Wappen 4c

Tödden-Stationen

19. Voß up de Burg
20. Tüöttenmuseum im Haus Telsemeyer
21. Armenpfahl
22. Heimathaus und „Der Brennickhof“

Sehenswürdigkeiten

Kath. St. Agatha Kirche

St. Agatha KircheKath. Kirche St. Agatha, mit 70 m hohem Turm
Der Grundstein zu dieser Kirche wurde am 26. Juli 1891 gelegt. Die offizielle Einweihung erfolgte am 17. September 1895. Der Münsteraner Architekt Wilhelm Rincklake entwarf hier eine der ersten Kirchen des Münsterlandes, die Bauten der späten Romantik im Übergang zur Frühgotik nachempfinden. Er verwandte hier Architektur und Bauformen, die in Westfalen nicht heimisch sind, sondern am Mittelrhein im 12. und 13. Jahrhundert häufig vorkommen. Mit Weitblick und Klugheit leitete Pfarrer Heinrich Hüging die Planung und Durchführung des Kirchenbaues. Ihm und nicht zuletzt den Tüötten/ Tödden (Geldspenden) ist es zu verdanken, dass die katholische Kirche in Mettingen solche Ausmaße hat.

Info:
Pfarrkirche St. Agatha
Kardinal-von-Galen-Straße 8
49497 Mettingen
Tel.: 05452 / 93240
www.st-agatha-mettingen.de

Ev. Kirche

ev. Kirche
Ev. Kirche, Westerkappelner Straße 1
Die mittelalterliche Pfarrkirche diente ab 1602 und endgültig seit 1674 als Kirche der reformierten Diasporagemeinde. Das heute inmitten eines alten (ehem. befestigten) Friedhofsgeländes gelegene Gebäude ist eine spätgotische Saalkirche und wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in zwei Etappen erbaut.

Schultenhof mit Scheune und Kunstspeicher

SchultenhofSchultenhof mit Scheune und Kunstspeicher, Burgstraße 9
Der Schultenhof bildet als Urhof des unmittelbaren Ortskernes die Keimzelle der Orts-, Kultur- und Besiedlungsgeschichte der Gemeinde Mettingen. Die Hofanlage besteht aus den Gebäuden Haupthaus, Speicher, Remise, Scheune und Doppelheuerhaus und steht einschließlich der Bruchsteinmauer seit 1990 unter Denkmalschutz.

Schulmuseum auf dem Schultenhof

Schulmuseum
Schulmuseum, Burgstraße 9
Im Schulmuseum erläutern kurze Texte Pädagogik, Lernmethoden und Schulalltag der kleinen Bauerschaftsschulen. „Schule erleben anno 1930“ im Klassenraum. Erleben Sie Schule nach alter Art mit Stillsitzen, Schönschreiben etc. und auf alten Holzbänken mit einem strengen Lehrer, der den damaligen Schulalltag vermittelt und Ihre schulischen Fragen beantwortet.
Tel. 05452/5213

Postmuseum auf dem Schultenhof

PostmuseumPostmuseum im Schultenhof, Burgstraße 9
In diesem liebevoll eingerichteten Museum finden Sie verschiedene Dokumente und Gegenstände aus der Postgeschichte. Tauchen Sie ein in die Vergangenheit des Postwesens.